"Happy Deathday 2U"
Filmbewertung: akzeptabel
Starttermin: 14.02.2019
Regisseur: Christopher Landon
Schauspieler: Jessica Rothe, Israel Broussard, Suraj Sharma
Entstehungszeitraum: 2019
Land: USA
Freigabealter: 12
Verleih: Universal
Laufzeit: 100 Min.
Sterben für Fortgeschrittene
Vor zwei Jahren überraschte Filmemacher Christopher Landon in "Happy Deathday" das Kinopublikum mit einer augenzwinkernden Horrorvariante von "Und täglich grüßt das Murmeltier". Ausgerechnet an ihrem Geburtstag landete die kratzbürstige Tree (Jessica Rothe) in einer Zeitschleife und wurde immer wieder von einer maskierten Killerin getötet. Am Ende gelang der langsam zu einem besseren Menschen gereiften Studentin der Ausbruch aus dem mörderischen Kreislauf - auch dank ihres neuen Freundes Carter (Israel Broussard), dem sie sogar näherkam.

Landons Schlitzer-Film, der recht geschickt spannende und komische Elemente kombinierte, lieferte keine genaue Erklärung für das Schleifenproblem, wirkte dennoch rund und in sich abgeschlossen. Eine Fortsetzung hätte es daher nicht unbedingt gebraucht. Wie so oft befeuerte der Erfolg an den Kinokassen (der Film spielte das 25-Fache seiner Produktionskosten ein) allerdings die Fantasie der kreativen Köpfe. Fast schon erwartungsgemäß entpuppt sich "Happy Deathday 2U" nun als zweischneidiges Schwert. Zwar hat sich Regisseur Landon durchaus um frische Ideen und Ansätze bemüht; verglichen mit dem ersten Teil wirkt das Ganze aber weniger ausgereift.

Schon wieder grüßt der Sensenmann

Nachdem im Vorgänger das Dilemma von Tree im Zentrum stand, hat es im Sequel zunächst den Anschein, als würde "Happy Deathday 2U" eine andere Figur in den Fokus rücken. Gefangen in der tödlichen Zeitschleife ist diesmal Carters verplanter Zimmergenosse Ryan (Phi Vu), der sich nach dem ersten Schreck seinem Kumpel und dessen neuer Flamme Tree anvertraut. Schnell begreifen sie, dass ein Physikexperiment von Ryan das Durcheinander verursacht hat. Beim Versuch, den armen Nachwuchsforscher aus seiner misslichen Lage zu befreien, landet Tree erneut in einem mörderischen Kreislauf und muss sich abermals an ihrem Geburtstag gegen einen vermummten Angreifer zur Wehr setzen.

Das Spiel mit der Zeit betreibt Regisseur Landon im zweiten Film noch exzessiver, er bemüht dafür aber auch hanebüchen-irrwitzige Offenbarungen. Das Geheimnis der Schleife löst sich in Luft auf. Und stärker als im ersten Teil drängen emotionale und komische Akzente in den Vordergrund. Die von Landon zu Papier gebrachte Handlung ist mit einigen herrlich amüsanten Verwicklungen gespickt. Manchmal driftet das Geschehen aber zu sehr in albernen Slapstick ab. Und vor allem gegen Ende fühlen sich die Verrenkungen des Drehbuchs etwas unbeholfen an.

Humor statt Spannung

Dass "Happy Deathday 2U" dennoch kurzweilig ausfällt, ist vor allem den sympathischen, wenn auch nicht sonderlich facettenreich gezeichneten Protagonisten zu verdanken. Vor allem Jessica Rothe spielt wieder mal furios und bedient die Emotionspalette rauf und runter. Fans des Ursprungsfilms seien trotzdem gewarnt: Weil humorige Passagen deutlich mehr Raum einnehmen, gibt es weniger "echte" Horrorszenen.

Ganz bewusst verlassen die Macher den düsteren Rahmen und bewegen sich auf ein Abenteuer zu, das nicht so sehr an "Scream" erinnert, sondern mehr an die "Zurück in die Zukunft"-Reihe. Den Mut, die Erwartungen zu unterlaufen und einen kleinen Genrewechsel vorzunehmen, mag man durchaus bewundern. Ein bisschen mehr Spannung hätte dem Film allerdings gutgetan.

Von Christopher Diekhaus

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