"Das schönste Paar"
Filmbewertung: überzeugend
Starttermin: 02.05.2019
Regisseur: Sven Taddicken
Schauspieler: Maximilian Brückner, Luise Heyer, Leonard Kunz
Entstehungszeitraum: 2018
Land: D
Freigabealter: 16
Verleih: Koryphäen Filmverleih
Laufzeit: 93 Min.
Maximilian Brückner im Interview
Maximilian Brückner im Interview
"Frauen sind die stärkeren Menschen"
Er war der "Räuber Kneißl" und ermittelte im Saarbrücker "Tatort", vor Kurzem drehte er in Finnland die Krimiserie "Arctic Circle" - Maximilian Brückner ist gefragt. In seinem neuesten Film "Das schönste Paar" (Kinostart: 2. Mai) spielt der 40-Jährige einen Mann, der im Urlaub miterleben musste, wie seine Freundin vergewaltigt wurde. Wieder zu Hause, trifft er eines Tages auf den Täter - und sinnt auf Vergeltung. Beim Interview in seiner Geburtsstadt München spricht Brückner über den Dreh des Films, über Arbeiten bei 30 Grad minus - und er erklärt, welche Rolle das Bairische in seinem Leben spielt.

teleschau: Herr Brückner, Sie haben besonders zu Beginn Ihrer Karriere häufig in Mundart gespielt. Fühlt sich da das Hochdeutsche wie eine Fremdsprache an?

Maximilian Brückner: Mittlerweile drehe ich nur noch wenig auf Bairisch. Aber ich kann da problemlos hin und herwechseln. Das habe ich schon auf der Schule gelernt, und im Theater ist es ja auch üblich.

teleschau: Was ist Ihnen denn lieber?

Brückner: Beides. Als Schauspieler möchte ich ja auch unterschiedliche Sachen machen. Zuletzt habe ich ein halbes Jahr in Finnland auf Englisch gedreht. Das war auch eine Erfahrung. Der Wechsel der Sprache verhindert, dass man als Schauspieler eingeschränkt wird.

teleschau: Ihr neuer Film, "Das schönste Paar", beginnt wie ein Thriller, macht dann aber die Kehrtwende zum Drama.

Brückner: Der Film wechselt immer wieder das Genre. Erst hat man ein Drama, dann einen Liebesfilm, schließlich einen Thriller, und dann wird es wieder zum Drama. Immer wenn man denkt, man hätte begriffen, worum es geht, wechselt der Film das Tempo und die Farbe. Beim Drehen war mir das gar nicht so bewusst. Das kam eher, als ich den fertigen Film sah. Die Kameraarbeit ist auch toll. Gerade die Vergewaltigungsszene am Anfang des Films. Das ist ein ganz schmaler Grat, um nicht in Voyeurismus abzugleiten. Stattdessen wirkt das sehr real.

teleschau: In dieser Szene muss der von Ihnen gespielte Malte mitansehen, wie seine Frau vergewaltigt wird.

Brückner: Wir drehten in einem kleinen Häuschen auf Mallorca, das dem Produzenten gehört. Da trafen wir uns schon am Vorabend. Die ersten zwei Stunden des Drehtags waren dann ein bisschen schwierig, aber es war ein abgesperrtes Set mit nur wenigen Mitarbeiten, sodass man sich schon geschützt fühlte. Mich belastet so etwas aber nicht, auch wenn die Szene sehr anstrengend war.

"Dem sind die Eier abgeschnitten worden"

teleschau: Anfangs denkt man, Malte könnte zu einer Art Charles Bronson in seiner "Ein Mann sieht Rot"-Rolle werden. Wäre das etwas für Sie gewesen?

Brückner: Ja. Ich fand es aber gut, dass man immer glaubt zu wissen, was kommt, die Geschichte dann jedoch eine andere Richtung einschlägt. In einer Szene denkt man, Malte könnte die Freundin des Täters vergewaltigen, um sich zu rächen, aber das macht er nicht. Ich glaube, Malte wurde auch vergewaltigt, nicht körperlich, aber physisch. Es gibt nichts Schlimmeres, als zusehen zu müssen, wie die eigene Frau vergewaltigt wird. Dem sind im Endeffekt die Eier abgeschnitten worden, und die sucht er den Rest des Films. Da spielt auch die eigene Eitelkeit mit rein, weil er seine Bedürfnisse über ihre stellt. Ich glaube, Frauen sind die stärkeren Menschen. Sie hat längst damit abgeschlossen, aber er zieht sie wieder hinein. Und dann kommen noch die primitiven Instinkte wie Rache hinzu.

teleschau: Sie erwähnten Dreharbeiten in Finnland - für die Serie "Arctic Circle". Wie war das?

Brückner: Es war irre kalt (lacht). Ich war in der Schule in Englisch nicht so wahnsinnig gut, aber der Herausforderung habe ich mich gestellt. Die Figur ist ein Deutscher, lebt aber in Finnland und muss Englisch sprechen. Ich arbeitete da nicht mit einem Dialect Coach, weil es auch nicht völlig perfekt sein musste. Jeder spricht ein anderes Englisch. Ein deutsches Englisch gibt es ja nicht. Herausfordernd war dabei auch, dass die Sprache anders funktioniert. Wir versuchen immer, auf den Punkt zu reden. Im Englischen bleibt alles immer irgendwie offen.

Teleschau: Wie lange drehten Sie in Finnland?

Brückner: Ein halbes Jahr, von Ende November bis Mai. Es war ein langer Winter. Da hat es minus 30 Grad. Und das war ein relativ warmer Winter. Aber ich finde das auch toll. Ich denk mir dann immer, was für einen tollen Beruf ich habe.

Von Peter Osteried

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