"Glam Girls - Hinreißend verdorben"
Filmbewertung: akzeptabel
Starttermin: 09.05.2019
Regisseur: Chris Addison
Schauspieler: Rebel Wilson, Anne Hathaway, Alex Sharp
Entstehungszeitraum: 2018
Land: USA
Freigabealter: 6
Verleih: Universal Pictures
Laufzeit: 94 Min.
Anne Hathaway im Interview
Anne Hathaway im Interview
"Klar schwindel ich, um Rollen zu bekommen!"
Kann so eine Frau betrügen? Beim Interview in New York strahlt Anne Hathaway mit der Sonne um die Wette - und dennoch: Die 36-Jährige hat es faustdick hinter den Ohren. Hathaway spielt in ihrem neuen Film "Glam Girls - Hinreißend verdorben" (Kinostart: 9. Mai), dem Remake des Komödienklassikers "Zwei hinreißend verdorbene Schurken", eine Trickbetrügerin, die es auf reiche Männer abgesehen hat. Dass sie selbst gerne schummelt, gibt die Schauspielerin, die in einem schlichten, weißen Rollkragenpulli mit dunkelgrünen Streifen und einem schwarzen, langen Lederrock zum Interview erscheint, unumwunden zu. Freilich nur, wenn es der Karriere dient ...

teleschau: Miss Hathaway, "Glam Girls: Hinreißend verdorben" wurde auch auf Mallorca gedreht. Wie war das für Sie?

Hathaway: Wunderschön! Ich hab meine Flugmeilen investiert, um meinen Eltern einen Flug nach Mallorca zu buchen. Sie brachten meinen Sohn mit, was natürlich toll für mich war. Mein Vater wollte schon immer mal die Höhlen an der Bucht von Mallorca sehen. Also habe ich uns etwas gegönnt und ein Boot für vier Stunden gechartert. Es war wunderschön, die Insel so zu sehen, im Wasser herumzutollen und gemeinsam in die Höhlen zu schwimmen.

teleschau: Sie haben für "Glam Girls" zum ersten Mal mit Rebel Wilson zusammengearbeitet. Was hat Sie an ihr überrascht?

Hathaway: Dass sie schüchtern ist. Ich weiß, man kann es kaum glauben. Aber als ich ihr zum ersten Mal gegenüber saß, war ich überrascht, wie ruhig und zurückhaltend sie eigentlich ist. Ich konnte es kaum erwarten, sie näher kennenzulernen. Sie ist extrem talentiert und hat neben der Schauspielerei sogar noch Jura studiert.

teleschau: In dem Film tragen Sie fantastische Kleider. Durften Sie welche behalten?

Hathaway: Nein, ich wollte keine. Es kommt natürlich immer darauf an, wie stark der Film einschlägt. Ist er erfolgreich und ich würde zum Beispiel das schöne schwarze Kleid mit dem langen Schlitz bei einer Veranstaltung tragen, würde mich die Presse dafür auseinandernehmen, weil jeder das Kleid aus dem Film kennt (lacht). Aus Erfahrungen lernt man. Das ist ein modisches Tabu in unseren Kreisen (lacht).

teleschau: Für eine Schurken-Rolle im Film sprechen Sie sogar ein bisschen Deutsch.

Hathaway: Ja, aber ich kann mich nur noch an "Danke" erinnern. Und immer, wenn ich bei meinem deutschen Text nicht mehr weiter wusste, sagte ich "fantastisch" (lacht).

teleschau: Was ist der größte Schwindel, den Sie sich jemals geleistet haben?

Hathaway: Ich war erst kürzlich zu Gast in einer Talkshow. Ich überzeugte das komplette Publikum davon, dass ich dieses uralte Zitrusheilverfahren entdeckt habe, das "Clementime" heißt. Dafür muss man sich täglich die Zeit nehmen, eine Clementine zu schälen und dabei spezielle Atemübungen machen, ein geräuschvolles Ein- und ein ebenso geräuschvolles Ausatmen. Ich forderte das Publikum auf, mitzumachen und ganz laut ein- und auszuatmen. Danach fragte ich die Leute, ob sie sich ruhiger und entspannter fühlten. Sie antworteten tatsächlich alle mit Ja (lacht). Daraufhin offenbarte ich, dass das gar nicht sein kann, weil ich diese Geschichte soeben erfunden hatte. Ich wollte ihnen damit lediglich zeigen, nicht alles zu glauben, zu kaufen oder zu machen, nur weil ein Promi es ihnen sagt (lacht). Das war mein größter Schwindel. Aber ich glaube, er hat etwas Gutes bewirkt - zumindest für diese 400 Leute. Sie haben gelernt, nicht jedem blindlings zu vertrauen.

"Ich war geschockt!"

teleschau: Haben Sie auch schon einmal geschwindelt, um eine Rolle zu bekommen?

Hathaway: Ja klar, ganz oft. Ich glaube, alle Schauspieler machen das. Solange ich zwei Wochen Zeit habe, bevor die Dreharbeiten beginnen, kann ich alles lernen, was ich vorgebe, schon zu können. Immerhin gibt es YouTube, da kann man viel lernen (lacht).

teleschau: Sie spielen in vielen Komödien mit. Sind das Ihre bevorzugten Rollen?

Hathaway: Ich liebe es, Filme zu drehen, die Leute zusammenbringen und sie aufheitern. Das Leben kann so hart und schwer sein und Wege einschlagen, mit denen man nicht mal in den dunkelsten Träumen gerechnet hatte. Deshalb ist es schön zu wissen, dass sich Menschen in diesen 90 Minuten warm und geborgen fühlen. Ich habe Fans, die zum Beispiel lange im Krankenhaus lagen und sich hinterher bei mir bedankt haben: Sie hätten sich meine Filme mehrmals hintereinander angeschaut, und das habe ihnen geholfen, die tristen Tage im Krankenhaus zu erhellen. Wir können mit unseren Komödien keine Leben retten, aber wir können einen Menschen, der gerade sein eigenes Leben rettet, ein bisschen aufheitern.

teleschau: Sie sind UN-Botschafterin und setzen sich für das Wohlbefinden und die Gleichberechtigung von Frauen ein. Wieso ist Ihnen das so wichtig?

Hathaway: Ich wurde so erzogen. Meine Eltern sagten mir immer, dass es nichts gebe, das ich wegen meines Geschlechts nicht machen könne. Sie vermittelten mir, dass ich, wenn ich einen Raum betrete, genauso viel wert bin wie alle anderen in diesem Raum. Ich sollte nie glauben, dass ich weniger Wert bin, nur weil ich eine Frau bin. Als ich dann erwachsen genug war, um durch die Welt zu reisen, war ich geschockt, dass die Realität oft ganz anders aussieht.

teleschau: Wieso?

Hathaway: Jeder spricht von Gleichberechtigung, auch Hollywood, aber keiner richtet sich danach. Das wird vor allem klar, wenn wir die Zahlen betrachten. Eine Frau in den USA verdient im besten Fall 78 Prozent dessen, was ein Mann bekommt. Bei lateinamerikanischen Frauen sind es nur 56 Prozent. Das muss sich ändern! Egal welche Hautfarbe jemand hat. Wir Frauen sind die eine Hälfte dieser Welt. Mir wurde damals bewusst, dass sich nie etwas ändern wird, wenn nicht jeder Einzelne seinen Teil dazu beiträgt. Und genau das tue ich.

teleschau: Haben Ihre Eltern Ihnen noch einen weiteren Tipp mit auf den Weg gegeben?

Hathaway: Sie sagten immer: Konzentriere dich auf dich selbst! Ziehe Scheuklappen auf und schau nicht nach links und rechts! Lauf dein eigenes Rennen und kümmere dich nicht um andere! Dadurch habe ich gelernt, auch bei Gegenwind immer meine Meinung zu vertreten.

teleschau: Gibt es ein Datum in Ihrem Leben, das Sie nie vergessen werden?

Hathaway: Es gibt mittlerweile mehrere, aber beruflich ist es der 3. August 2001. An diesem Tag wurde "Plötzlich Prinzessin" veröffentlicht. Dieser Tag hat mein Leben verändert. Jedes Jahr am 3. August schicke ich ein großes Dankgebet ans Universum. An diesem Tag wurden meine Träume wahr!

Von Rachel Kasuch

Impressum

Das Kinomodul der teleschau verbindet hochwertige Kritiken, Interviews, News und Trailer mit regionalen Kinodaten.

Die technische und inhaltliche Pflege übernimmt teleschau für Sie. Wir freuen uns über Ihre Kontaktaufnahme:

teleschau - der mediendienst GmbH
Riesstraße 17
D-80992 München
Tel.: +49/89/143419-0
marketing@teleschau.de
Web: http://www.teleschau.de
Impressum: Impressum