"Trost-Oscars": Academy macht Rückzieher

Die Ankündigung sorgte Anfang August für Häme: Die Academy of Motion Picture Arts and Sciences, die alljährlich die Oscars verleiht, kündigte an, zukünftig auch Preise für "besondere Leistungen im Bereich populärer Filme" vergeben zu wollen. In der Filmpresse stieß die Neuerung sofort auf große Kritik: Indem eine separate Kategorie für Blockbuster geschaffen werde, werde vermittelt, dass jene Filme nicht anspruchsvoll genug sein, um für die Königskategorie "Bester Film" infrage zu kommen, so der Tenor. Von "Trost-Oscars" war sogar die Rede. Jetzt machte die Academy einen Rückzieher: Zumindest im kommenden Jahr solle die neue Kategorie "Best Achievement in Popular Film" noch nicht vergeben werden. Stattdessen wolle man die Entscheidung noch einmal überdenken.

"Es gab viele Reaktionen auf die Einführung des neuen Preises, und wir erkennen an, dass wir mit unseren Mitgliedern noch weitere Diskussionen führen müssen", so Academy-CEO Dawn Hudson in einer Stellungnahme. "Wir haben die Oscars über die Jahre immer wieder verändert - auch in diesem Jahr - und werden diese weiter tun, aber gleichzeitig auch das unglaubliche Erbe der letzten 90 Jahre respektieren."

Der Diskussion vorausgegangen waren die bislang niedrigsten Einschaltquoten bei einer Oscar-Verleihung. Offenbar drängte der übertragende Sender ABC auch auf weitere Änderungen: Um die Preisverleihung von vier auf drei Stunden einzudampfen, sollen bei der nächsten Ausgabe einige Filmschaffende ihre Auszeichnungen während der Werbeunterbrechungen erhalten. Die Siegesmomente sollen später in die TV-Übertragung hineingeschnitten werden.

Die nächste Oscarverleihung findet am 24. Februar 2019 statt. Für Deutschland bewirbt sich das Drama "Werk ohne Autor" von Regisseur Florian Henckel von Donnersmarck um eine Startposition im Rennen um den Auslands-Oscar.

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