Die berühmteste Fledermaus der Welt wird 80
Eine Ikone der Popkultur feiert Geburtstag: Am Samstag, 30. März, wird Batman 80 Jahre alt! Der Fledermaus-Mann mit dem ausgeprägten Gerechtigkeitssinn gilt als eine der berühmtesten Comicfiguren der Welt. Von seiner ungebrochenen Popularität zeugen etliche Verfilmungen, Serien, Videospiele oder Merchandise-Artikel. Doch was macht den Verbrechensbekämpfer der fiktiven Großstadt Gotham City so beliebt? Eine Spurensuche zum Ehrentag.

Zeichner Bob Kane und Autor Will Finger konnten im Jahr 1939 sicherlich nicht ahnen, dass ihre gemeinsam erdachte Comicfigur einmal zu einer der berühmtesten fiktiven Persönlichkeiten der Welt avancieren würde. Unter anderem inspiriert von Zorro, D'Artagnan und Sherlock Holmes erfanden sie einen Charakter, der in Ausgabe 27 des Magazins "Detective Comics" sein Debüt feierte. Und das passte wie die Faust aufs Auge, schließlich gilt Batman als "World's Greatest Detective", also als "weltbester Detektiv".

Unter der schwarzen Maske und dem flatternden Cape steckt allerdings kein übernatürliches Wesen, sondern ein Mensch aus Fleisch und Blut: Batman ist das Alter Ego des Milliardärs Bruce Wayne, der als Kind seine Eltern infolge eines bewaffneten Raubüberfalls verlor. Kein Wunder, dass sich der Waisenjunge später dazu entschied, der Unterwelt seiner Heimatstadt den Kampf anzusagen.

Batman kann weder fliegen noch Laserstrahlen aus seinen Augen schießen und er verfügt auch nicht über sonstige übermenschliche Kräfte zur Verfolgung seiner Ziele. Im Gegensatz zu einigen seiner ebenfalls berühmten Kolleginnen und Kollegen wie Superman oder Wonder Woman ist "die Fledermaus" einfach nur ein ganz normaler Mensch. Zugegebenermaßen verfügt er über eine beeindruckende Physis und einen nicht minder bewundernswerten Intellekt. Bruce Wayne ist geschult in unterschiedlichen Kampfsportarten, gilt als Meister der Deduktion und ist ein ausgesprochener Tüftler: Seine ungeheuren finanziellen Mittel setzt er ein, um am laufenden Band neue Gadgets zu erfinden, die ihm den Kampf gegen das Böse erleichtern sollen. Unterstützung erhält er dabei von zahlreichen Freunden und Vertrauten wie seinem Butler Alfred Pennyworth, dem Polizisten Jim Gordon oder dem Erfinder und Unternehmer Lucius Fox.

Ankunft im Kino

Böse Zungen mögen fragen, warum man als Leser oder Zuschauer mit einem Milliardär sympathisieren sollte, der das Gesetz in gewisser Weise in die eigene Hand nimmt und durch seine Taten mitunter dazu beiträgt, dass Fieslinge wie der Joker oder der Pinguin überhaupt erst auf der Bildfläche erscheinen. Ja, Batman ist all das - und trotzdem mehr. Er ist ein durchaus ambivalenter Held mit strengem Moralkodex, einer, der sein Erbe zum Wohle der Allgemeinheit einsetzt und vor allem eine Figur, die zutiefst menschlich ist - mit Ecken und Kanten, Schwächen und Fehlern. Und einer, der sich fürchtet - seine eigene Angst vor Fledermäusen hat ihm schließlich überhaupt erst dabei geholfen, das passende Alter Ego für seine Lebensaufgabe zu kreieren. Wie heißt es doch so schön in Christopher Nolans "Batman Begins": "Warum Fledermäuse, Master Wayne?" "Weil sie mir Angst machen."

Womit wir beim wichtigsten Punkt der ganzen Batman-Historie angelangt wären. Denn sein hoher Bekanntheitsgrad durch alle Gesellschaftsschichten, Altersklassen und Nationen hinweg fußt neben den Abenteuern in seinem Ursprungsmedium zu einem nicht unbedeutenden Teil auf den zahlreichen filmischen Adaptionen. Schon in den 1940er-Jahren gab es einige Kino-Serials zu den Heldentaten von Batman und seinem Sidekick Robin. In der "Batman"-Fernsehserie (1966 bis 1968) und dem dazugehörigen Film "Batman hält die Welt in Atem" (1966) wurde die Figur in eher parodistischer oder zumindest äußerst humoristischer Weise von Adam West verkörpert - Serie und Film waren Kinder ihrer Zeit, der poppige Aspekt stand im Vordergrund und Kuriositäten wie das "Anti-Haifisch-Batspray" kamen zum Einsatz.

Erst im Jahr 1989 führte der Regie-Exzentriker Tim Burton die Comic-Ikone mit Michael Keaton in der Hauptrolle zu verdienten Kino-Weihen: Der schlicht "Batman" betitelte Film präsentierte den Helden in einer eher düsteren Gothic-Version, ohne jedoch in zu ernste Gefilde abzudriften. Es folgte "Batman Returns" im Jahr 1992, ebenfalls vom Team Burton/Keaton. Danach ging es für den populären Rächer mit den allzu knalligen und zuweilen höchst trashigen Joel-Schumacher-Adaptionen "Batman Forever" (1995) mit Val Kilmer und "Batman & Robin" (1997) mit George Clooney qualitativ wieder bergab.

Ein Herzenswunsch

Erst Christopher Nolan gelang es mit seiner meisterhaften Trilogie den dunklen Ritter aus der Versenkung zu holen: "Batman Begins" (2005), "The Dark Knight" (2008) und "The Dark Knight Rises" (2012) sind hervorragende Beispiele dafür, wie man einer bekannten Figur neue Facetten abgewinnen und sogar politische Themen wie die US-Anti-Terror-Politik seit 9/11 in Comic-Blockbustern verhandeln kann. Die düstere und geerdete Darstellung des Helden durch Christian Bale faszinierte das Publikum und garantierte hohe Umsatzzahlen an den Kinokassen.

2016 ließ Regisseur Zack Snyder den Beschützer von Gotham City dann gegen eine weitere Ikone des Comicverlags DC antreten: Der ambitionierte und sträflich unterschätzte "Batman v Superman: Dawn of Justice" präsentierte einen pessimistischen und gebrochenen Batman (Ben Affleck) - und kam damit der Version des Comic-Autoren und -Zeichners Frank Miller bislang am nächsten. Dieser stellte Batman einst in "Die Rückkehr des dunklen Ritters" (1986) als nahezu psychotischen und brutalen Rächer dar. Nach einem kurzen Gastauftritt in "Suicide Squad" (2016) war Bruce Wayne bislang nur noch einmal in "Justice League" (2017) zu sehen. Aktuell ist die Rolle vakant, nachdem Ben Affleck sein Cape an den Nagel gehängt hat.

Doch eines ist sicher: Das wird nicht lange so bleiben, denn dafür ist die Figur viel zu wichtig, viel zu ikonisch, viel zu bekannt. Besonders schön lässt sich das an einem Beispiel aus der jüngeren Vergangenheit festmachen: Am 15. November 2013 verwandelte sich die Stadt San Francisco dank tatkräftiger Unterstützung von Freiwilligen, Einwohnern, Konzernen und Politikern in "Gotham City", um damit einem krebskranken Jungen einen ganz besonderen Wunsch zu erfüllen. Denn der kleine Miles Scott wollte unbedingt zum Batkid werden und gemeinsam mit seinem großen Vorbild Verbrechen bekämpfen. Die ganze Stadt zog mit und bescherte der gemeinnützigen "Make-A-Wish-Foundation" die bislang aufwändigste Wunscherfüllung aller Zeiten - und dem mittlerweile geheilten Miles den wohl schönsten Tag seines Lebens. Dies ist der wahre Kern der Figur - der Glaube an das Gute und an die Gerechtigkeit in der Welt. Batman, wir brauchen dich - nach wie vor. Obwohl du nun stattliche 80 bist.

Zu Ehren von Batmans Jubiläum hat ProSieben am Sonntag, 31. März, 20.15 Uhr, "Batman v Superman: Dawn of Justice" im Programm. Direkt im Anschluss um 23.20 Uhr folgt "Batman Begins".

Von Markus Schu

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